Intimitätsterror pur: Pornostar Dana DeArmond bestückt YouTube mit Katzenvideos.
Fotosafari im Eigenheim
Ich muss etwas gestehen: Ich bin relativ neu im Netz. Es ist noch nicht so lange her, dass ich über eine raketenschnelle Internetverbindung verfüge. Und Web 2.0 war noch zu Beginn des vorigen Jahres ein Wort, über das ich im Feuilleton gestolpert bin. Und das mich rasch weiterblättern ließ.
Was für Veteranen der Szene zum Alltag gehört, RSS-Feeds, embedded objects und überhaupt die Struktur eines Blogs, musste ich mir mühsam selbst beibringen. Auch der Jargon war mir fremd, zum Beispiel der Ausdruck "Katzencontent". Wer es noch nicht weiß: Dieser Fachbegriff steht für Überflüssiges. Er leitet sich von dem nicht so falschen Eindruck ab, dass die Mehrheit der Stubenhocker, die Videos oder Fotos ins Netz stellen, den ganzen Tag lang Peterle und Schnurri mit einem riesigen Arsenal an Aufzeichnungstechnologie hinterherhetzen – um dann von übellaunigen Kommentarschreibern der Tierquälerei bezichtigt zu werden.
Kein Schmusekurs
Solcherlei Getue ist für ernsthafte Blogger, die gerne mal den Nahost-Konflikt in einem Nebensatz lösen, schonungslos die Bush-Regierung kritisieren, indem sie ein paar paranoide Artikel verlinken, oder, andersherum, auf knallharten "liberal hawk" machen, indem sie Betriebsunfälle der amerikanischen Demokratie wie Ronald Reagan zu Freiheitshelden stilisieren, natürlich nur Paddeln in seichtem Gewässer.
Fazit: Ein Blog ohne Katzencontent ist so etwas wie Kaffee ohne Milch und Zucker oder House ohne Vocals, also eine Sache für echte Männer.
Bei so viel Machotum bleiben Gegenreaktionen nicht aus. Der Vorwurf, Vocals und ähnliches Disco-Tschingderassa seien in der elektronischen Musik so überflüssig wie die Handtaschen, die aufgebrezelte junge Damen aus den Vorstädten auf dem Dancefloor abstellen, um um sie herum zu tanzen, reizte Musikproduzenten in den frühen 90ern dazu, gerade diese Stilelemente zu betonen. Ihnen ging der Purismus auf die Nerven, das Schandmal "Handbag House" trugen sie mit Stolz auf die eigene, sogenannte Oberflächlichkeit – zum nachhaltigen Schrecken der Kapuzenpullifraktion in der Technoszene.
Der Killer in deinem Bett
Ähnlich gehen einige Blogger mit Katzencontent in die Offensive. Besonders gnadenlos war der mittlerweile pausierende Blog What Jeff Killed. "To humans, Jeff is an exceptionally good-tempered and friendly cat; to rodents and other small animals, he is death itself", stand da als Einführung zu lesen. Und was die pelzige Killermaschine erlegte, wurde mit Fotos dokumentiert (die man noch ansehen kann). Vorsicht bei flauem Magen!
Auf eine andere Weise over the top sind die Videos von Dana DeArmond (YouTube-Profil), die die amerikanische Sexfilm-Darstellerin beim Schmusen mit Kater Heinrich im Bett aufnimmt. Hier nimmt die dem Betrachter zugemutete Intimität wirklich pornografische Ausmaße an.


3 Kommentare:
Ach du Schande.
Wenn sie wenigstens den Ton weggelassen hätte.
Obwohl ich nur darauf gewartet habe, dass die Katze laut "lass mich in Ruhe" oder ähnliches sagt...
Eine interessante Frage wäre allerdings, wie du zu diesem Video gefunden hast?
Herzlichst, M.
Warum? Ich mache doch kein Geheimnis daraus, dass ich nächtelang im Internet surfe, um Katzenvideos herunterzuladen.
Ick hab' 'ne Katzenallergie. Echt jetzt!
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